Schlossberg Keramik
Schlossberg Krugvase 132/20, Ocker mit schwarzen Noppen, Westdeutschland 1960er/70er
Schlossberg Krugvase 132/20, Ocker mit schwarzen Noppen, Westdeutschland 1960er/70er
Diese Krugvase stammt aus der Schlossberg Keramik, die Theodor und Ilse Stephan 1946 im hessischen Langenaubach gründeten und die bis 1975 bestand. Nach dem Weggang von Liesel Spornhauer im Jahr 1959 prägte vor allem Ilse Stephan die Entwürfe der Manufaktur, ab Mitte der 1960er Jahre verlagerte sich die Produktion zunehmend auf die experimentellen, reliefartigen Glasuren, die Sammler heute als Fat Lava und West German Pottery kennen. Typisch für Schlossberg sind der helle, weiße Scherben und die Bodenprägung aus Formnummer und Höhe, die oft in zwei Zeilen untereinander steht; genau so trägt dieses Exemplar im glasierten Bodenspiegel die eingeprägten Ziffern 132 und 20. Die Form 132/20 ist als Schlossberg-Modell dokumentiert, entstanden ist die Vase in den späten 1960er oder frühen 1970er Jahren.
Aus einem flachen, linsenförmigen Korpus, der breit auf dem Stand ruht, wächst ein schlanker, sich leicht weitender Hals, der oben in einer schräg ausgezogenen, spitz zulaufenden Tülle endet. Ein schmaler Bandhenkel spannt sich in einem eleganten Bogen vom Mündungsrand bis an die Kante der Schulter und gibt der Form die Silhouette einer stilisierten Kanne. Die glänzende, honigfarbene Ockerglasur dunkelt am Hals und am Henkel in einem weichen Verlauf zu Schwarzbraun ab, während auf der Schulter in konzentrischen Reihen erhabene, schwarz glasierte Noppen sitzen, ein für Schlossberg charakteristisches Dekor. Im Streiflicht zeigt die Ockerglasur ein feines Craquelé, die Unterseite ist dunkelbraun glasiert und lässt am Standring den hellen Scherben sehen.
Auf Sideboard, Regal oder Fensterbank wirkt die Krugvase mit ihrer ungewöhnlichen Silhouette eher wie eine kleine Keramikskulptur und passt gleichermaßen in eine Sammlung westdeutscher Keramik wie in ein Mid-Century-Interieur mit warmen Holztönen; für einzelne Gräser oder Trockenblumen eignet sie sich ebenso. Das feine Craquelé und vereinzelte kleine Glasurpunkte sind brandbedingt und keine Beschädigungen. Sie misst 20 cm in der Höhe und 19 cm im Durchmesser und befindet sich in sehr gutem Zustand.
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