Åseda Glasbruk
Åseda Glasbruk „Stubbavas" in Kobaltblau, Börne Augustsson zugeschrieben, Schweden 1950er/60er
Åseda Glasbruk „Stubbavas" in Kobaltblau, Börne Augustsson zugeschrieben, Schweden 1950er/60er
Eine schwere Vase aus tief kobaltblauem Glas, die als schlanke, leicht unregelmäßige Säule aufsteigt und deren gesamte Wandung von einem kraftvollen Reliefmuster überzogen ist. Die Form geht auf die sogenannte Stubbavas zurück, ein Modell des schwedischen Glasbruks Åseda, das nach dem Hüttenmeister Börne Augustsson auch schlicht „Börnevas" genannt wird: Der Korpus wird freigeblasen, und solange die Glasmasse noch in Bewegung ist, drückt der Glasmacher mit einem Spezialwerkzeug Spuren und Furchen in das dickwandige Gut. So entstehen die scharfkantigen Facetten, gestuften Bruchkanten und zerklüfteten Flächen, die an einen aufgebrochenen Baumstumpf oder an gesprungenes Eis erinnern – jedes Stück fällt dabei etwas anders aus. Wo das Glas dicker steht, verdichtet sich das Blau zu fast tintigen Tiefen, an den vorspringenden Kanten hellt es sich zu leuchtendem Azur auf, und der obere Abschluss ist mit weich gerundeten, wulstigen Lippen frei nachgeformt.
Mit 22 cm Höhe bei einer Grundfläche von rund 7 × 6,5 cm ist die Vase kompakt genug für Regal, Fensterbank oder Beistelltisch und entfaltet ihre volle Wirkung im Gegenlicht, wo das Relief die Lichtbrechung in unzählige Facetten zerlegt. Sie trägt eine einzelne Blüte ebenso gut wie gar nichts – als reines Glasobjekt steht sie für sich. Der Zustand ist sehr gut, ohne Chips oder Risse; herstellungsbedingte Lufteinschlüsse und leichte Unregelmäßigkeiten der Struktur gehören zum Charakter freigeblasenen Hüttenglases.
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