Kategorie: Sommerso

Sommerso heißt auf Italienisch „untergetaucht“ und beschreibt genau das: Ein farbiger Glasposten wird in eine weitere, meist klare oder kontrastierende Glasschicht getaucht, bevor das Objekt seine endgültige Form bekommt. Im fertigen Stück liegen die Schichten sichtbar übereinander, der Kern scheint in der Masse zu schweben, und je nach Lichteinfall verschiebt sich die Farbwirkung.

Populär wurde die Technik in den 1950er Jahren auf Murano, maßgeblich durch die Zusammenarbeit von Flavio Poli mit Seguso Vetri d'Arte, die 1954 mit dem Compasso d'Oro ausgezeichnet wurde. Von dort verbreitete sie sich weiter, und das ist der Grund, warum in dieser Auswahl nicht nur italienische Stücke stehen: Auch die böhmischen Hütten, vor allem Chřibská unter Josef Hospodka, und schwedische Betriebe wie Åseda Glasbruk arbeiteten mit demselben Prinzip und entwickelten eigene Farbwelten daraus, oft in Cranberry, Amber und Rauchtönen.

Weil viele dieser Objekte unmarkiert die Hütte verließen, ist die Zuordnung zu einer einzelnen Werkstatt häufig nicht eindeutig möglich. In den Objektbeschreibungen steht jeweils, wie sicher eine Zuschreibung ist und woran sie sich festmacht.