Kategorie: Murano Glas

Murano-Glas ist kein Markenname, sondern eine Herkunft. Auf der Inselgruppe in der venezianischen Lagune arbeiten seit dem 13. Jahrhundert Glashütten, und in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entstand dort die Formensprache, die heute als Inbegriff italienischen Nachkriegsdesigns gilt: dickwandige Schalen mit farbigem Kern, Vasen in kräftigem Bernstein und Aubergine, Leuchten aus Kristallglas und Chrom.

In dieser Auswahl finden sich Objekte aus den 1950er bis 1970er Jahren. Ein Teil davon ist der Sommerso-Technik zuzuordnen, bei der farbige Glasschichten ineinander getaucht werden und im fertigen Stück als klar lesbare Lagen sichtbar bleiben. Andere Stücke stammen aus der Tradition des Kunstglases mit Einschmelzungen, Fadenauflagen oder Goldeinschlüssen.

Ein Hinweis zur Zuschreibung, weil das in diesem Sammelgebiet oft zu leichtfertig gehandhabt wird: Ein großer Teil der Murano-Produktion verließ die Hütten ohne Werkslabel, und viele Formen wurden von mehreren Manufakturen parallel gefertigt. Wo ich eine Werkstatt oder einen Entwerfer nenne, steht in der Objektbeschreibung, worauf sich das stützt. Wo sich das nicht belegen lässt, sage ich das ebenfalls. Ein unmarkiertes Stück ist deshalb nicht weniger wert, es ist nur ehrlicher beschrieben.